Stellungnahme des Vorstandes zur Kommunalwahl

Liebe Mitstreiter*innen,

die Kommunalwahl 2020 ist gelaufen. Über Wochen und Monate haben unsere Mitglieder und Kandidierenden Wahlkampf gemacht. Egal ob beim Plakatieren, am Infostand, beim Verteilen von Flugblättern oder im persönlichen Gespräch im Sportverein und der Nachbarschaft.

Wir möchten uns bei all den Engagierten bedanken. Ohne Personen, die sich freiwillig und unbezahlt einsetzen, hätten wir keine Chance zu existieren.

Zunächst das Positive: wir konnten die Gesamtzahl von Mandaten vergrößern. Durch 2 Sitze im Marktgemeinderat Schnaittach, 1 Sitz im Gemeinderat Schwarzenbruck, 1 Sitz über die BiR in Rückersdorf und 3 Sitze über die HBG in Hersbruck, sind wir auf insgesamt 7 Lokalmandate gewachsen.

Wir wünschen allen Abgeordneten viel Kraft und gutes Gelingen!


Bei den Bürgermeisterwahlen gab es eine Enttäuschung und zwei erfreuliche Nachrichten. Manfred Hofmann unterlag im ersten Wahlgang seinem Herausforderer aus den Reihen der CSU. Mit gerade einmal 23 % als Amtsinhaber wurde unser geschätzter Freund und Kollege klar abgewählt. Andrea Nüßlein konnte mit einem zweistelligen Ergebnis punkten, außerdem wurden wir dank ihrem Engagement die stärkste Kraft in Hormersdorf (56%). Angelika Pflaum aus Hersbruck hat einen grandiosen Wahlkampf geführt und errang dadurch den zweiten Platz bei der Bürgermeisterwahl in Hersbruck. Aus dem Stand ist das eine grandiose Leistung, auch wenn wir als Vorstand mit einer Stichwahl gerechnet hatten. Wir sind froh, dass uns Angelika Pflaum in Zukunft auch im Kreistag vertreten wird.

Dies bringt uns zum negativen Teil.

Zu Beginn des Wahlkampfes setzten wir uns ein Ziel. Wir wollten unsere Fraktion verdoppeln auf 4 Sitze. Nun, wo das Wahlergebnis bekannt ist, müssen wir eine klare Niederlage einräumen. Nicht nur unseren Status als Fraktion haben wir verloren, sondern uns auch noch halbiert auf ein einziges Mandat. Das ist eine Enttäuschung und fordert uns auf zum Handeln.


Wir müssen anerkennen, dass die Bunte Liste als solches unbekannt geblieben ist. Das können wir aus vielen Gesprächen auf der Straße ableiten. Wir führen diese Tatsache auf mangelnde Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen 6 Jahren zurück. Dabei ist nicht nur Werbung in eigener Sache gemeint, sondern insbesondere der Bürgeraustausch vor Ort. Erst pünktlich zur Wahl hat man uns wieder auf der Straße gesehen. Diese Handhabung darf es in Zukunft nicht mehr geben. Man hat uns das Image als neue, demokratische Alternative eben aus diesem verständlichen Grund nicht abgekauft.

Wir werden in Zukunft mehr aus diesem Verein machen als nur eine Wahlliste. Wir sehen uns als Bürgerbewegung, deshalb ist es wichtig sich als gemeinsames Ganzes zu begreifen. Das wollen wir schaffen, indem wir auf der nächsten Jahreshauptversammlung eine Satzungsänderung vorschlagen, über die wir nicht nur Ortsvereine mit eigenen Ortssprecher*innen ermöglichen, sondern auch bestehende Bürgerinitiativen in den Orten ansprechen wollen, damit diese sich auch über die Bunte Liste auf einer höheren Ebene organisieren können. Wir sind keine Partei, wir sind die einzige Kraft im Kreistag, bei der man sich für Parteiunabhängigkeit engagieren kann. Das muss man in den Orten spüren. Wir brauchen eine dezentrale Anordnung.


Wir müssen unsere Abgeordneten näher an den Menschen bringen. Deshalb soll es nach unserem Willen in Zukunft regelmäßige Treffen/Stammtische geben, außerdem sollen Bürgerversammlungen stattfinden, in denen Anliegen und Kritik persönlich geäußert werden können.


Des Weiteren braucht es ein klareres Profil, wofür wir weshalb stehen. Einfache Stichpunkte wie bisher reichen nicht. Deswegen möchte der Vorstand ein Arbeitsprogramm mit allen Mitgliedern entwerfen und beschließen, um Themen auch spezifischer bearbeiten zu können. Sich einen ungefähren Rahmen zu geben überzeugt nicht. Wir brauchen ein Vereinsprogramm!


Wir erkennen an, dass wir zu viel Zeit in die Suche nach Kandidat*innen gesteckt haben und zu wenig in die Schaffung einer Kampagne. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass unser Vorstand und der Verein noch im Jahr vor der Wahl umgekrempelt wurden. Nichtsdestotrotz war es von Anfang an unser oberstes Ziel 70 Leute zu finden, anstatt ein Team aufzubauen, das eine vorbereitete Kampagne mit fertiger Verwaltung und Material an die Hand bekommt und diese weiter selbst ausgestalten kann. Dies muss sich ändern, indem wir mit unseren Bündnispartnern viel eher mit der Vorbereitung der Kommunalwahlen beginnen - auch wenn es zur Folge haben könnte, dass wir in Zukunft mit kleineren Listen antreten werden.


Wir müssen mehr Mitglieder generieren. Dies wollen wir neben den besagten Ortsverbänden und Informationszuflüssen, durch die regelmäßige Zusammenführung unserer Kandidat*innen schaffen. Vor 6 Jahren haben wir den Kontakt zu beinahe allen Menschen auf der damaligen Wahlliste verloren. Das wird uns diesmal nicht nochmal passieren.


Natürlich gibt es auch noch naheliegendere Gründe für diese deutliche Niederlage, die uns von unserem angekündigten Handeln allerdings nicht abbringen werden. Wir konnten nicht vom Aufwind der Grünen profitieren. Das hat auch den Grund, dass es die Grünen geschafft haben, umweltbedachte Menschen allein für sich zu gewinnen, obwohl die Politik der Partei eine andere Sprache spricht. Vor 6 Jahren standen wir noch im Bündnis mit Linkspartei und ÖDP auf dem Wahlzettel. Beide kandidierten diesmal eigenständig. Das hatte ebenfalls Stimmenverluste zur Folge, die wir so in dem Ausmaß nicht erwartet hatten. Nehmen wir deren Stimmen und rechnen sie auf ein gemeinsames Konto, hätten wir mit Sicherheit heute einen anderen Status im Kreistag erreicht. Wir freuen uns, dass unsere Partner von der Linkspartei in den Kreistag eingezogen sind und beglückwünschen Angelika Pflaum für ihren Einzug in den Kreistag. Es ist großartig, dass wir eine so talentierte und engagierte Frau an unserer Seite wissen können. Wir wünschen gutes Gelingen und viel Kraft!


Alles in allem: wir müssen attraktiver werden, wir müssen ein lebendiger Verein werden und dürfen nicht zu einem zweckmäßigen Politikbetrieb verkommen. Das schaffen wir nur gemeinsam, vor Ort in den Vereinen und auf der Straße. Lasst uns BUNTER werden.

Bleibt gesund, passt auf euch auf und sobald die Corona-Krise um ist, kommt zur Jahreshauptversammlung, werdet Mitglied, lasst uns gemeinsam gestalten!

FÜR DEN VORSTAND,


David Filgertshofer & Thomas Winter



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